Zusätzlichen Wohnraum durch den Dachausbau schaffen

Die Abseite mit einer Trockenbaukonstruktion als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Die Abseite mit einer Trockenbaukonstruktion als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Das Dachgeschoss ausbauen und als zusätzliche Wohnfläche nutzen

Die Idee ist natürlich nicht neu und doch gibt es nach wie vor erstaunlich viel nicht genutzten Wohnraum unter dem Dach. Gerade Einfamilienhäuser, die als Bestandsbauten von der älteren Generation übernommen werden, bieten noch dieses Potential. Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, das Dachgeschoss auszubauen, muss sich neben der Planung für die neue Nutzung zunächst mit dem Zustand des Bestands beschäftigen.

Die Dämmung des Daches

Denn wenn das Dachgeschoss bislang nur als Stauraum oder Trockenboden für Wäsche genutzt wurde, wird es mit Sicherheit gedämmt werden müssen. Während für eine Aufsparrendämmung das gesamte Dach abgedeckt werden müsste, kann die Zwischen und Untersparrendämmung von innen erledigt werden, was mit deutlich weniger Aufwand verbunden ist. Allerdings wird durch die Untersparrendämmung das Raumvolumen etwas reduziert. Eine reine Zwischensparrendämmung ist in der Regel nicht ausreichend.

Wenn das Dachgeschoss dann als Wohnraum genutzt wird, gehört unbedingt eine Dampfbremse zum Dachaufbau, um die neue Wärmedämmung gegen Durchfeuchtung von innen zu schützen. Zur Abgrenzung zum Raum wird die Dachfläche schließlich mit Gips- oder anderen Bauplatten beplankt.

Neben der Dämmung des Daches gegen Kälte im Winter und Überhitzung im Sommer, spielt nun unter Umständen auch die Schalldämmung der Decke zwischen Obergeschoss und Dachgeschoss eine Rolle.

Dachausbau in Trockenbauweise

Für den Innenausbau in Trockenbauweise sind der Fantasie dann (fast) keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise kann bei einer Höhe von etwa 60 cm ein Drempel ausgebildet werden. Hierbei wird eine senkrechte Wand parallel zur Traufseite gezogen, so dass der Raum eine klarere Begrenzung erhält. Der Raum dahinter kann zudem als praktischer Stauraum genutzt werden. Natürlich können auch weitere Trennwände in Trockenbauweise erstellt werden. Auf diese Weise werden ganze Räume abgetrennt, halbhohe Raumteiler gebaut oder ein begehbarer Kleiderschrank sorgt für komfortable Ordnung.

Wenn es sich um ein Kehlbalkendach handelt, könnte auch hier, ähnlich wie bei einem Drempel, auf Höhe der Kehlbalken die Decke geschlossen werden, so dass der Raum darüber nach wie vor als Stauraum zur Verfügung steht.

Schließlich wird es in der Regel unerlässlich sein, mehr Tageslicht ins Dachgeschoss zu bringen. Hierbei werden entweder die vorhandenen Dachflächenfenster vergrößert oder es wird durch den Einbau von Gauben gleichzeitig die nutzbare Fläche erweitert.

Unser Profi-Tipp

Während ein Fensteraustausch auch vom versierten Heimwerker durchgeführt werden kann, sollte das Vergrößern einer Dachluke am besten einem Fachbetrieb überlassen werden. Zum einen muss das Dach logischerweise an dieser Stelle ganz geöffnet, zum anderen in der Regel die Dachkonstruktion an die neue Situation angepasst werden.


Die einzelnen Schritte des Dachgeschossausbaus

Den Klemmfilz dicht stoßen, so dass er sich an den Anschlüssen verfilzt. Foto: Isover
Sobald sichergestellt ist, dass das Dach dicht und die Konstruktion tragfähig ist, kann relativ bequem von innen mit einer Zwischensparrendämmung der Wärmeschutz erhöht werden. Oft ist das nicht ausreichend, so dass diese noch um eine Untersparrendämmung ergänzt wird. Wenn kein Raum verschenkt werden soll, wird mit einer Aufsparrendämmung gearbeitet. Hierfür muss allerdings das gesamte Dach geöffnet werden. Foto: Isover
Den Klemmfilz dicht stoßen, so dass er sich an den Anschlüssen verfilzt. Foto: Isover
Die Dampfbremse wird raumseitig unterhalb der Dämmung angebracht. Foto: Isover
Unterhalb der Dämmebene muss eine Dampfbremse (ggf. eine Dampfsperre) befestigt werden, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Raum, die durch Kochen, Duschen usw. entsteht, in die Dämmung gelangt. Eine feuchte Dämmung verliert erheblich an Dämmwirkung. Foto: Isover
Die Dampfbremse wird raumseitig unterhalb der Dämmung angebracht. Foto: Isover
Zum Raum hin wird die Dachschräge mit Gipsbauplatten beplankt. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Wenn die Dampfbremsfolie sorgfältig angebracht ist, kann die raumabschließende Beplankung befestigt werden. Häufig fällt die Wahl auf Gipsbauplatten, es sind aber auch Alternativen wie beispielsweise Holzwerkstoff- oder Lehmbauplatten denkbar. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Zum Raum hin wird die Dachschräge mit Gipsbauplatten beplankt. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch vor die Giebelwand kann eine Gipsbauplatte gesetzt werden. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch an den Giebelwänden werden die entsprechenden Platten montiert. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch vor die Giebelwand kann eine Gipsbauplatte gesetzt werden. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Die Decke mit einer Schüttung gegen Schall dämmen. Foto: Liapor GmbH&Co.KG
Wenn der Dachboden bewohnt wird, sollte unbedingt geprüft werden, ob die oberste Geschossdecke gegen Schall gedämmt werden muss. In Holzdecken können Schüttungen eine gute Möglichkeit darstellen, um die Masse zwischen den Holzbalken und somit den Schallschutz zu erhöhen. Foto: Liapor GmbH & Co. KG
Die Decke mit einer Schüttung gegen Schall dämmen. Foto: Liapor GmbH&Co.KG
Die Abseite mit einer Trockenbaukonstruktion als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Um dem Raum einen klareren Abschluss zu geben und gleichzeitig die Abseiten sinnvoll zu nutzen, kann eine zusätzliche, sehr niedrige Trockenbauwand entlang der traufseitigen Dachschräge eingebaut werden. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Die Abseite mit einer Trockenbaukonstruktion als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch den Raum oberhalb der Kehlbalken als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch der Spitzbogen kann als zusätzlicher Stauraum erhalten bleiben, wenn die Decke unterhalb der Kehlbalken geschlossen wird. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH
Auch den Raum oberhalb der Kehlbalken als Stauraum nutzen. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH

Unser Fazit

Der Dachausbau macht schon bei der Planung Spaß, denn der neue Wohnraum unterm Dach bietet in der Regel nicht einfach nur mehr Fläche, sondern helle Räume mit besonderem Ambiente. Natürlich wird der gesamte Ausbau relativ viel Zeit beanspruchen. Die einzelnen Arbeitsschritte sind auch für den Laien gut zu bewältigen, sollten allerdings sehr sorgfältig durchgeführt werden.

 

Herstellerindex

Dämmung www.isover.de

Trockenbauplatten www.rigips.de

Über Nina Greve 36 Artikel
Dipl. Ing. Nina Greve arbeitet als freie Fachjournalistin in Lübeck und ist unter anderem für die Fachmagazine bauhandwerk, dach+holzbau sowie die DBZ tätig.