Das Haus mit einer vorgehängten Fassade dämmen

Auf einer weiteren senkrechten Lattung wird nun die Verschalung verschraubt. Foto: Isover
Auf einer weiteren senkrechten Lattung wird nun die Verschalung verschraubt. Foto: Isover

Die vorgehängte Fassade (VHF) bietet große Gestaltungsvielfalt

Vorgehänge Fassaden sind eine interessante Alternative zum WDVS. Ein großer Vorteil ist ihre Gestaltungsvielfalt, denn hier können nicht nur unterschiedliche Dämmmaterialien eingesetzt werden, sondern auch für die äußere, sichtbare Verkleidung kommen die unterschiedlichsten Materialien in Frage. Neben der klassischen Holzschalung können beispielsweise auch Schiefer, Faserzement-, Keramik- oder Metallplatten genommen werden. Es ist im Prinzip auch denkbar, Trägerplatten zu verputzen oder Klinkerriemchen aufzubringen. Auch wenn dies optisch dem WDVS sehr nahe kommt, besteht doch ein wesentlicher Unterschied im Aufbau, denn die vorgehängte Fassade hat immer eine Luftschicht, die dafür sorgt, dass Feuchtigkeit heraustrocknen kann. Man spricht daher auch von einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade.

Die Montage der vorgehängten Fassade

Bei der Montage der vorgehängten Fassade wird zunächst auf der tragenden Wand eine senkrechte Lattung befestigt, zwischen die die Dämmplatten geklemmt und befestigt werden. Diese Lattung ist um etwa 1,5 bis 2 cm stärker als die Dämmung, so dass hier die Luft von unten nach oben durchströmen kann. Auf der senkrechten Lattung wird dann wiederum eine waagerechte Lattung verschraubt, an der die Fassadenverkleidung befestigt wird. Als Dämmstoffe können neben den eher klassischen Mineralfaser- oder Hartschaumplatten auch Dämmplatten aus Holzfaser, Hanf, Jute, Kork oder sogar Schafwolle genommen werden. Im Gegensatz zu WDV-Systemen, bei denen die Ebenen fest miteinander verbunden werden, lässt sich eine vorgehängte Fassade später deutlich einfacher sortenrein rückbauen.

Unser Profi-Tipp
Die schwarze Kaschierung auf Mineralfaserdämmplatten dient zum einen dem Witterungsschutz während der Bauphase, hat aber auch optische Gründe, so dass bei größeren Fugenabständen in der Fassadenbekleidung die schwarze Kaschierung statt der gelbgrünen Dämmung sichtbar ist. Führt man die Matten um die Gebäudeecke, wird auf der Rückseite mittig ein Keil herausgeschnitten. Die Dämmplatte liegt so perfekt an der Wand und die schwarze Kaschierung läuft durch.

Einzelne Schritte der vorgehängten Fassadendämmung

Die senkrechte Holzlattung wird an der Fassade befestigt. Foto: Isover
Zunächst werden senkrechte Hölzer oder Metallprofile an der Fassade befestigt. Dabei reicht die vorgehängte Fassade nicht bis auf den Boden. Es sollte mindestens ein 30 cm hoher Sockel, beispielsweise mit einer Styrodur-Hartschaumdämmung, als Spritzschutz bleiben. Foto: Isover
Die senkrechte Holzlattung wird an der Fassade befestigt. Foto: Isover
Die Dämmmatten werden zwischen die senkrechten Pfosten geklemmt. Foto: Isover
Dann werden die Dämmplatten  zwischen diese Latten geklemmt und mit Tellerdübeln befestigt. Gibt es nur eine Dämmlage, müssen die Hölzer um ca. 2 cm stärker sein als die Dämmung, so dass hier die Hinterlüftungsebene entsteht. Wenn allerdings, wie in diesem Beispiel, mit zwei Dämmebenen gearbeitet wird, bilden Hölzer und Dämmung eine Ebene. Foto: Isover
Die Dämmmatten werden zwischen die senkrechten Pfosten geklemmt. Foto: Isover
Die vorgehängte Fassade kann um eine weitere Dämliche ergänzt werden. Foto: Isover
Soll eine zweite Dämmebene die Dämmleistung erhöhen, wird auf den senkrechten Hölzern eine Querlattung verschraubt. Auch zwischen diesen Querlatten werden Dämmplatten eingeklemmt und mit Dübeln befestigt. Die vorderste Dämmebene muss nach einem vorgegebenen System mit Tellerdübeln befestigt werden. Foto: Isover
Die vorgehängte Fassade kann um eine weitere Dämliche ergänzt werden. Foto: Isover
Auf einer weiteren senkrechten Lattung wird nun die Verschalung verschraubt. Foto: Isover
Schließlich können nun wiederum auf der Querlattung der zweiten Dämmebene senkrechte Hölzer in der Stärke der Hinterlüftungsebene (ca. 2 cm) verschraubt werden. An diesen wird nun die Verschalung befestigt. Dabei dürfen nicht die Insektengitter vergessen werden, die verhindern, dass sich Kleintiere ihren Weg hinter die Verschalung bahnen. Foto: Isover
Auf einer weiteren senkrechten Lattung wird nun die Verschalung verschraubt. Foto: Isover

Unser Fazit

Ähnlich wie das WDVS ist auch die vorgehängte Fassade eine aufwändige und relativ kostspielige Angelegenheit, bei der sich jeder Heimwerker zumindest fachliche Begleitung dazuholen oder besser eine Fachfirma beauftragen sollte. Bauphysikalisch hat die vorgehängte Fassade durch die integrierte Luftschicht sehr viele Vorteile.

Herstellerindex

Glasvlies kaschierte Fassadendämmplatten www.isover.de

Über Nina Greve 34 Artikel
Dipl. Ing. Nina Greve arbeitet als freie Fachjournalistin in Lübeck und ist unter anderem für die Fachmagazine bauhandwerk, dach+holzbau sowie die DBZ tätig.