Das Haus mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) dämmen

Die Dämmplatten können nun an die Wand geklebt werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Platten des WDVS werden an der Fassade eingepasst und verklebt. Foto: Saint-Gobain Weber

Günstig und schnell die Fassade mit WDVS dämmen

Ein Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, besteht im Prinzip aus drei Schichten: dem Dämmmaterial, einer Armierung und dem Putz. Viele Jahre war Polysterol (bekannter ist hier der Herstellername Styropor) das Material der Wahl, da es sehr günstig ist, schnell verarbeitet werden kann und gute Dämmwerte erzielt. Seine ökologischen Werte und sein problematisches Brennverhalten sorgten dafür, dass inzwischen auch eine ganze Reihe verschiedener Alternativen auf dem Markt erhältlich sind. Vor allen Dingen rein mineralische Systeme mit nichtbrennbaren Mineralfaser- oder Mineralschaumplatten erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber auch Holzfaser-, Hanf-, Schilf oder Korkdämmplatten bis hin zu Zellulose in Kombination mit verputzbaren Holzfaserplatten werden angeboten.

Aufbau und Montage eines WDVS

Wichtig beim Aufbau des WDVS ist, dass der so genannte Wasserdampfdiffusionswiderstand von innen nach außen abnimmt, da anders als bei der vorgehängten Fassade keine Luftschicht mit entsprechender Luftströmung das Abtrocknen begünstigt. Mineralische Systeme gelten als sehr diffusionsoffen. Hierbei ist nicht nur die Dämmung mineralisch, sondern es wird auch ein mineralischer Putz und mineralisch gebundene Armierungsmasse eingesetzt.

Die Montage erfolgt prinzipiell, unabhängig vom Dämmstoff nach dem gleichen Prinzip: Die Dämmung wird an der Fassade verklebt und in der Regel verdübelt. Auf der Dämmebene wird eine Armierungsschicht aufgebracht, die abschließend verputzt wird. Durch Anputzsysteme an Fenstern und Türen werden die Putzanschlüsse an das WDVS hergestellt, Ecken mit Gewebeeckwinkeln geschützt. Dann wird der Armierungsmörtel aufgetragen und das Putzgewebe verlegt. Schließlich folgt der Oberputz in gewünschter Struktur. Selbstverständlich kann die Fassade dann noch gestrichen werden.

Unser Profi-Tipp
 Das Wärmedämmverbundsystem ist einfach und schlüssig aufgebaut. Für die Montage ist Erfahrung allerdings eine wichtige Grundlage, weshalb diese einem Fachbetrieb überlassen werden sollte!

In diesen Schritten wird das WDVS verarbeitet

Die Dämmplatten des WDVS werden beispielsweise mit einem Dämmstoffmesser zugeschnitten. Foto: Saint-Gobain Weber
Zunächst werden die Dämmplatten zurechtgeschnitten. Je nach Material können dies Dämmmesser, -sägen oder Heißdrahtschneidegeräte sein. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Dämmplatten des WDVS werden beispielsweise mit einem Dämmstoffmesser zugeschnitten. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Dämmplatten des WDVS werden mit Klebemörtel bestrichen. Foto: Saint-Gobain Weber
Dann werden die Dämmplatten vollflächig im Kammbett oder im so genannten Punkt-Wulst-Verfahren von der Rückseite mit Klebemörtel bestrichen. Bei geringen Unebenheiten des Untergrundes kann vollflächig geklebt werden, bei stärkeren Unebenheiten sollten eine umlaufende Mörtelwulst sowie mittig einzelne Mörtelpunkte aufgetragen werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Dämmplatten des WDVS werden mit Klebemörtel bestrichen. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Sockelschiene bildet den unteren Systemabschluss des WDVS. Foto: Saint-Gobain Weber
Am Übergang vom WDVS zum Sockel bildet die Sockelschiene den unteren Abschluss des WDVS an der Fassade. Sie ist aus Aluminium oder Kunststoff und sorgt dafür, dass das WDVS lotrecht und in der Flucht des Gebäudes an der Fassade montiert wird. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Sockelschiene bildet den unteren Systemabschluss des WDVS. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Dämmplatten können nun an die Wand geklebt werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Jetzt können die Dämmplatten an der Fassade befestigt werden. In der Regel werden die Platten nicht nur geklebt, sondern auch gedübelt. In einigen Fällen, beispielsweise wenn der Untergrund nicht tragfähig ist oder bei Mineralwolldämmplatten ist eine Verdübelung Vorschrift. Ein WDVS ist ein in sich stimmiges System mit aufeinander abgestimmten Komponenten zudem auch das passende Zubehör benutzt werden sollte. Foto: Saint-Gobain Weber
Die Dämmplatten können nun an die Wand geklebt werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Nun kann der Armierungsputz aufgetragen werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Auf die Dämmung wird nun die Armierungsschicht aufgebracht. Das Armierungsgewebe muss dabei allseitig vom Armierungsmörtel umgeben sein. Hierfür wird es in die nasse Schicht eingearbeitet. Foto: Saint-Gobain Weber
Nun kann der Armierungsputz aufgetragen werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Schließlich wird der Oberputz aufgetragen. Foto: Saint-Gobain Weber
Zuletzt bildet der Oberputz die letzte Schicht des WDVS. Soll ein sehr feiner Oberputz aufgetragen werden, muss zunächst eine zusätzliche Egalisierungsschicht aufgebracht werden, um die Unebenheiten des Armierungsputzes auszugleichen. In den Oberputz können je nach Putzstärke unterschiedliche Putzstrukturen eingearbeitet werden. Foto: Saint-Gobain Weber
Schließlich wird der Oberputz aufgetragen. Foto: Saint-Gobain Weber

Unser Fazit

Bei der Dämmung der Fassade sollten keine Fehler passieren. Wenn hier Wärmebrücken entstehen, weil aus Unwissenheit oder mangels Erfahrung Lücken innerhalb der Dämmebene übersehen wurden, ist dies mehr als ärgerlich. Dennoch gibt es eine Reihe von Arbeitsschritten in die der Bauherr in Zusammenarbeit mit einem Profi gut eingebunden werden kann.

Herstellerindex

Putzbare Dämmplatte im WDVS www.isover.de

WDVS mit Mineraldämmplatten und mineralischen Oberputzen www.de.weber.de

WDVS mit Eps-Dammplatte und dickschichtigem Putzaufbau www.de.weber.de

Über Nina Greve 34 Artikel
Dipl. Ing. Nina Greve arbeitet als freie Fachjournalistin in Lübeck und ist unter anderem für die Fachmagazine bauhandwerk, dach+holzbau sowie die DBZ tätig.