Wie entsteht Schimmel und was kann ich dagegen tun?

Zunächst Alkohol, Wasserstoffperoxid oder speziellen Schimmel-Entferner auf die Wand aufsprühen. Foto: Auro
Zunächst Alkohol, Wasserstoffperoxid oder speziellen Schimmel-Entferner auf die Wand aufsprühen. Foto: Auro

Effektiv und nachhaltig gegen Schimmel vorgehen

Voraussetzung und letztendlich Ursache für Schimmel im Haus ist Feuchtigkeit. Die zwei weiteren Aspekte, die für den Befall mit Schimmel notwendig sind, nämlich organische Nährböden und Temperaturen zwischen 20° und 30°C, sind in einem bewohnten Haus in der Regel ohnehin gegeben. Problematisch wird es also, wenn beispielsweise durch Mängel und Schäden am Gebäude, wie zum Beispiel Risse im Mauerwerk, Feuchtigkeit in die Wand eindringt. Ebenso kann Feuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren in die Konstruktion gelangen. Wenn nämlich die betroffene Wand schlecht gedämmt und somit kühler ist als der Raum, den sie umgibt, wird hier Feuchtigkeit aus der Raumluft austreten, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit halten kann als warme. Aber nicht nur im Altbau, auch im Neubau kann es in den luftdichten Gebäuden zu Schimmelbefall kommen, wenn nicht für hinreichende Lüftung gesorgt wird.

Was tun bei Schimmelbefall?

Ist die von Schimmel befallene Fläche insgesamt nicht größer als ein halber Quadratmeter, können Bauherren selbst den Schimmelbefall bekämpfen. Hierzu gibt es aufeinander abgestimmte Systeme, die von unterschiedlichen Herstellern angeboten werden. Das Prinzip ist dennoch immer ähnlich: In einem ersten Schritt wird der vorhandene Schimmel mit reinem Alkohol, Wasserstoffperoxyd oder einem speziellen Produkt aus dem Baumarkt abgetötet. In Schritt zwei kann ein weiteres Präparat auf die befallenen Flächen aufgebracht werden, das auch langfristig verhindert, dass sich neue Schimmelsporen auf der Fläche sammeln. Erst wenn diese zweite Behandlung getrocknet ist kann die Fläche mit einer schimmelresistenten Farbe überstrichen werden. Kalkfarbe beispielsweise ist auf Grund ihrer hohen Alkalität sehr gut gegen Schimmel wirksam.

Was langfristig hilft

Um auch langfristig gegen erneuten Schimmel gewappnet zu sein, müssen gerade empfindliche Räume regelmäßig und gerade nach erhöhtem Feuchteeintrag (Duschen, Kochen) stoßgelüftet werden. Außerdem sollte keine warme Luft auf kalte Wände treffen. Das bedeutet, dass möglichst eine gewisse Grundtemperatur im Haus bzw. der Wohnung gehalten werden sollte. Herrscht in einem Raum eine deutlich niedrigere Temperatur, muss die Zimmertür geschlossen werden. In Räumen mit erhöhter Schimmelgefahr dürfen Möbelstücke nicht direkt an die Wand gestellt, sondern es sollte ein Mindestabstand von 10 cm eingehalten werden. Grundsätzlich wirken sich dampfdiffussionsoffene Baumaterialien wie Lehm- oder Kalkputz sehr positiv auf die Feuchteregulierung aus.

Unser Profi-Tipp

Hat sich der Schimmel auf der Tapete gebildet, ist es immer ratsam, die Tapete komplett zu entfernen, da sich Tapeten nicht sehr gut oberflächlich behandeln lassen. An problematischen Wänden sollte diese auch nicht ersetzt, sondern ein Kalk- oder Lehmputz aufgetragen werden.


Die wichtigsten Schritte, um Schimmelbefall zu bekämpfen

Zunächst Alkohol, Wasserstoffperoxid oder speziellen Schimmel-Entferner auf die Wand aufsprühen. Foto: Auro

Zunächst muss der Schimmel abgetötet und entfernt werden. Der Einsatz von Essig ist relativ bekannt, aber umstritten, da durch ihn auch Nährstoffe für den Schimmel auf die Fläche gelangen können. Besser geeignet sind hochprozentiger reiner Alkohol (Vorsicht, sehr leicht entflammbar!) oder Wasserstoffperoxid (bleichende Wirkung). Einfacher ist unter Umständen der Einsatz fertiger aufeinander abgestimmter Produkte aus dem Bau- oder Naturbaumarkt, in denen die genannten Wirkstoffe miteinander kombiniert sind und die einfach auf die betroffenen Stellen aufgesprüht werden können. Chlorhaltige Mittel mit chemischen Fungiziden sollten in Wohnräumen aus gesundheitlichen Gründen nicht verwendet werden. Foto: Auro

Zunächst Alkohol, Wasserstoffperoxid oder speziellen Schimmel-Entferner auf die Wand aufsprühen. Foto: Auro
Mit feuchtem Tuch nachwischen. Foto: Auro

Nach einer vom Hersteller vorgegebenen Mindesttrocknungszeit, wird mit einer weichen Bürste oder einem Schwamm nachgewischt, um gelöste Rückstände aufzunehmen. Zudem wird der nun abgetötete Schimmel mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abgetragen. Hier sollte sehr sorgfältig vorgegangen werden, so dass der Schimmel nicht im Haus verteilt wird. Sofern die Tapete vollständig entfernt wurde, sollte die dahinterliegende Wand ebenfalls einmal mit einem Schimmel hemmenden Mittel behandelt werden. Foto: Auro

Mit feuchtem Tuch nachwischen. Foto: Auro
Schimmel-Stop-Produkt mit Salicylsäure aufsprühen. Foto: Auro

Nun kann der Langzeitschutz, beispielsweise eine Mischung aus Ethanol und Salicylsäure, auf die befallenen Flächen aufgesprüht werden. Dieser muss lediglich trocknen und wird nicht wieder aufgewischt. Foto: Auro

Schimmel-Stop-Produkt mit Salicylsäure aufsprühen. Foto: Auro

Abschließend wird eine Anti-Schimmel-Farbe auf die gesamte Wandfläche aufgebracht. Eine Möglichkeit ist der Anstrich mit einer kalkhaltigen und daher schimmelresistenten Farbe.

Während der Schimmelbehandlung sollten übrigens Mundschutz, Handschuhe und eine Schutzbrille getragen und der Raum gut gelüftet werden. Um die Schimmelsporen nicht im Haus zu verteilen, sollte die Zimmertür geschlossen und die Kleidung im Anschluss an die Behandlung gewaschen werden. Der  angefallene und mit Schimmel belastete Müll kann in einer fest verschlossenen Tüte im Hausabfall entsorgt werden.  Foto: Auro 

 


Unser Fazit

Insbesondere mit aufeinander abgestimmten Produktsets ist es sehr einfach, den Schimmel zu entfernen und die Flächen überzustreichen – sofern die betroffenen Stellen nicht zu groß sind! Bei einem größeren Schimmelbefall sollte unbedingt eine Fachfirma eingeschaltet werden. Außerdem muss in jedem Fall die Ursache für den Befall festgestellt und behoben werden!

Herstellerindex

Aufeinander abgestimmte Anti-Schimmel-Produkte www.auro-online.de

Über Nina Greve 34 Artikel
Dipl. Ing. Nina Greve arbeitet als freie Fachjournalistin in Lübeck und ist unter anderem für die Fachmagazine bauhandwerk, dach+holzbau sowie die DBZ tätig.